50 JAHRE BÜCHERSTUBE BAUMANN
Am 10. November 1975 haben Beate und Joachim die Pforten der Bücherstube Baumann erstmals geöffnet. Am 10. November 2025 gibt es uns erstaunlicherweise immer noch. Das wollen wir gemeinsam feiern! Am kommenden Montag, 10. November, freuen wir uns über alle, die vorbeikommen, um mit uns darauf anzustoßen. Am Samstag, 15. November, heißt es: Open House mit Open End! Kommt, bleibt, plaudert und feiert!
Diego Muzzio, Goliaths Auge
„Goliaths Auge“ ist ein Schauerroman par excellence, eine Art Mischung aus Edgar A. Poe und Robert L. Stevenson, der auch die Gräuel des Ersten Weltkriegs nicht auslässt. Wir befinden uns in den 1920ern, als ein junger Mann mitten in der Nacht in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird, weil er nicht aufhören kann, im Trockenen Schwimmbewegungen zu vollziehen, bis er jeweils vor Erschöpfung kollabiert. Die Geschichte des Wahnsinnigen erschließt sich allmählich dem ihn behandelnden Arzt, dessen eigene geistige Gesundheit allerdings immer mehr unter dem Druck leidet, sich gegenüber einem Kontrahenten zu behaupten. (2026 bei Mare erschienen, gebunden, 205 Seiten, € 22,70, ISBN 978-3-86648-758-1)
Autorenlesung am 10. Oktober: Leon Engler liest Botanik des Wahnsinns
Liebe Freundinnen und Freunde! Leon Engler liest aus seinem hoch gelobten Romandebüt, in dem ein junger Psychologe die historischen Klassifikationssysteme der Psychiatrie infrage stellt auf der Suche nach dem, was Menschsein letztlich bedeutet. Anschließend gibt es die Möglichkeit zum Austausch in großer und kleiner Runde. Für Speis und Trank ist wie gewohnt gesorgt. Samstag, 10. Oktober 2026, um 19.00 Uhr in der Bücherstube Baumann, Gymnasiumstraße 58, 1190 Wien Eintritt 40,– € Anmeldung bitte unter buch@baumannbuch.at oder Telefon: 01 369 54 32 Mobil: 0660 123 8005 Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen! Das Bücherstube-Team
Johanna Sebauer, Popóm
Hendrick Popom ist Ende zwanzig, als er sich selbst zufällig begegnet, nur älter und mit einem accent aigu im Nachnamen. Sein Doppelgänger ist zuerst nicht gerade begeistert davon, von einem Fremden verfolgt zu werden, sieht aber mit der Zeit die Gemeinsamkeiten und freundet sich mit ihm an. Die Ausgangslage des Buches ist dabei weit weniger absurd als die Richtungen, die die Geschichte bis zum Schluss einschlägt, als hätte Johanna Sebauer es sich in den Kopf gesetzt, die Leserin bzw. den Leser bis zur letzten Seite immer wieder zu überraschen. (2026 bei DuMont erschienen, gebunden, 224 Seiten, ISBN 978-3-7558-0079-8)
Julya Rabinowich, Mo und Moritz
Julya Rabinowich erzählt die Geschichte zweier schwuler Jugendlicher, der eine jüdisch, der andere muslimisch und beide, trotz wilder Verliebtheit, verunsichert wegen ihrer jeweiligen religiösen Hintergründe. Als Mos großer Bruder sich zunehmend radikalisiert, gefährdet das nicht nur dessen Beziehung mit Moritz, sondern auch jene zu seiner Familie sowie die Leben der Besucher der Taylor-Swift-Konzerte in Wien im August 2024. Die Stärken dieses Jugendromans liegen in der sich langsam entwickelnden Romanze, die allerdings teilweise zu plakativ beschrieben wird, zudem bleiben viele Nebenfiguren skizzen- oder clichéhaft, aber alles in allem ist der Autorin ein spannend-berührendes Buch gelungen, das zum Nachdenken anregt. (2026 bei Hanser erschienen, Klappenbroschur, 224 Seiten, € 17,50, ISBN 978-3-446-28589-7)
